Re: Materie aus dem Nichts, die Quantenphysik gibt Hinweise.


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.hbglweb.de ]

Abgeschickt von Henry Grimmer am 25 Maerz, 2009 um 16:23:26

Antwort auf: Re: Materie aus dem Nichts, die Quantenphysik gibt Hinweise. von Helmut Pfeifer am 24 Maerz, 2009 um 14:08:53:

: Grüsse an alle Forumsbesucher,
: Hallo Herr Keil,

: Danke für Ihren Beitrag.
: Ja, Sie haben im Prinzip Recht, darum habe ich jetzt die Überschrift auf "......gibt Hinweise." geändert. Morgen sende ich dann den letzten Teil, danach ein kurzes Resümee.
: Ihre Definition von "erklären" ist einerseits richtig, aber das Wort kann auch den Sinn haben, jemanden in begründender Absicht zu informieren. So geben z.B. Politiker eine Erklärung ab, in der sie etwa ihre Absichten und ihre Haltung gewissen Dingen gegenüber kund tun. Hingegen, wenn der Lehrer in der Schule den Schülern einen Sachverhalt "erklärt", dann geschieht dies eher im Sinne Ihrer Definition.
: Ich wollte nur den Unterschied aufzeigen, aber es stimmt, im gegenständlichen Fall ist die Möglichkeitsform wie "könnte", "wäre" usw. angebracht. Ich habe mich aber spontan für obige Variante entschieden.
: Im Inhalt habe ich des öfteren die "Möglichkeiten" betont und auch den "theoretischen" Charakter diverser Aussagen betont!

: Welche Theorien die Quantenphysik allgemein beinhaltet und warum letztenendes die Undeterminiertheit als markantes Charakteristikum, insbesondere bei der Quantenmechanik ( Heisenbergsche Unschärferelation) besteht, ist bezüglich meines Themas nicht so relevant und wird von mir einfach als gegeben angenommen.
: Trotzdem halte ich Ihren Beitrag durch die detaillierten Schilderungen von Vorgängen in der Quantenwelt, welche gewisse Phänomene (Unbestimmtheit) zu "erklären" versuchen,für informativ und daher wertvoll für alle interessierten Forumsbesucher!

: Mit besten Grüßen

: Helmut Pfeifer

Herr Pfeifer, Walter!

Herr Pfeifer, zunächst einmal möchte ich Ihnen meinen Respekt bekunden, da ich mich auch mit der Quantenmechanik / allgm. Relativitätstheorie bezogen auf den Ursprung unseres Universums im Rahmen meiner Möglichkeiten schon lange beschäftige, weiß ich um die Schwierigkeit einer Darstellung als Laie für Laien, zumal es für Profis ebenfalls ganz gewiss nicht einfach ist. Deshalb hab ich auch auf Kommentare verzichtet und mir gedacht : Schitt watt drauf, wenn die Größenordnungen da oder dort nicht stimmen oder was ähnlich nicht ganz korrekt sein sollte. Vielleicht standen am Anfang zu vielen physikalischen Theorien ähnliche Überlegungen, wie wir sie nun im Nachhinein anstellen. Aber dazwischen liegt die formale, mathematische Ausformung. Davon habe ich nicht die geringste Ahnung. Nur liegt gerade dort das bislang ungelöste Problem bzgl. der allerersten Zuckungen unseres Kosmos. Alles war sehr, sehr klein (Quantenmechanik) und sehr, sehr schwer (allgem. Relativitätstheorie). Es ist noch nicht gelungen, beide Theorien zu vereinigen, bei dem Versuch kommt es zu Unendlichkeiten, genauer gesagt kommt es bisher immer zu Unendlichkeiten, wenn versucht wird, die Quantenmechanik auf ein Gravitationsfeld anzuwenden, was aber für das Verständnis des Urknalls unerlässlich ist. Die obigen Unendlichkeiten sind ein mathematisches, kein reales Problem. Was man auch sagen kann ist, dass die geradezu bizarr hohe Temperatur bzw. Energie die Bedingung für E = m mal c² erfüllte (was tatsächlich nicht stets der Fall ist), es wurden ständig Teilchen- Antiteilchen-Paare erzeugt, die sich sofort wieder vernichteten. Dann kamen diverse Symmetriebrüche und schließlich die altbekannte Entwicklung zu Walter hin. ;-)

Hallo, Walter, ich versuche mich gerade auf deinen Einwand hin zu arbeiten, den ich inhaltlich nicht verstehe. Du bist mir einfach zu mystisch. Die Quantenmechanik wurde entwickelt, weil Licht (elektromagnetische Strahlen allgemeiner gesagt) in bestimmten Experimenten theoretisch unendliche Energien aufweisen müsste (Schwarze Strahler). Die Erklärung von Max Planck war, dass Licht in diesen Experimenten nur gequantelt (also als Energiepäckchen, eben Quanten) erscheinen KANN. Auch hier zeigt sich, dass es nicht unendliche Energien sind. Dann hat Einstein (pikanter Weise er, denn mit den Folgerungen der Quantenmechanik war er später aber mal überhaupt nicht einverstanden) den Photo-Elektrischen-Effekt erklärt – Nobelpreis! Noch später zeigte sich, dass auch Materieteilchen Wellencharakter haben, und das ist dann unsere Quantenphysik. Sie bezieht sich sowohl auf die Teilchen, die die Kräfte übertragen (Photonen, W- und Z-Bosonen, Gluonen und noch nicht nachgewiesene Gravitonen) wie auch auf die Teilchen, die die Materie konstituieren (Elektronen, Quarks, Neutrinos). Einstein machte Raum und Zeit zu Mitspielern im Kosmos und wie nach, dass sie – jeder für sich, und das ist wichtig! – relativ sind, das Aussagen über sie von der Bewegung eines Beobachters abhängen und dass zwischen zwei Beobachtern unter Umständen keine übereinstimmende Aussage über die Zeit oder den Raum gemacht werden kann. DIE RAUMZEIT IN IHRER GESAMTHEIT IST ABER ABSOLUT! Sie kann als Bezugspunkt für jede nicht beschleunigte Bewegung dienen. Das ist spezielle Relativitätstheorie, desgleichen die Äquivalenz von Masse und Energie. Eine weitere Äquivalenz beschert uns die allgem. Relativitätstheorie, nämlich die von Gravitation und Beschleunigung. Damit ist die Raumzeit ein absoluter! Bezugspunkt nun auch für beschleunigte Bewegung. Relativ ist nur die Bewegung von Objekten untereinander und jeweils nur in Bezug auf die Zeit oder/und den Raum, wenn diese getrennt betrachtet werden. Die Raumzeit als ganzes ist ein absoluter Bezugsrahmen!

Beide – Relativitätstheorie und Quantenmechanik – sind in unübertroffener Form auf ihre Aussagekraft hin im Experiment bestätigt worden. Es gibt keine andere physikalische Theorie, die dem gleich kommt. Beide Theorien stehen in höchsten Einklang mit den Naturgesetzen, Abweichungen ergeben sich nur durch unsere Messverfahren bzw. für die Quantenmechanik durch ihren statistischen Ansatz. Und es gilt, dass die Naturgesetze die tiefere, das heißt fundamentalere Ebene beschreiben. Eine Theorie, die nicht mit den Naturgesetzen in Übereinstimmung ist, hat keine Chance in den Naturwissenschaften. Ich weiß das Zitat von Richard Feynman nicht einzuordnen und kann es deshalb nicht kommentieren. Was die Quantenmechanik angeht, so sind hier die wildesten Spekulationen im Umlauf, was aber weniger an den experimentell bestätigten Daten liegt (wäre auch seltsam), sonder an der Interpretation. Da sich darin auch heute noch die Wissenschaftler nicht einige sind, ist das für den Laien um einiges schwieriger. Herr Schrödinger in Ehren, aber der Mann ist seit einigen Jahrzehnten tot. Es macht einfach keinen Sinn, die Wahrscheinlichkeit des atomaren Zerfalls von einigen Atomen zu betrachten. Statistik gewinnt ihre Aussagekraft nun mal aus der Betrachtung großer Mengen. Und was das einzelne Atom angeht – es wird zerfallen (so es den z. B. ein Uranatom ist), und nur das sagt das Naturgesetz. Das es Halbwertzeiten gibt, ist Statistik für große Mengen und Sache der Quantenmechanik. Ein Letztes vorerst: Es ist ebenfalls ein Irrtum, das die Quantenmechanik radikal indeterministisch wäre. Die Wellenfunktion sagt eine Wahrscheinlichkeit voraus, und wenn ich die Wellenfunktion bestimme, hat dies eine eben so große Aussagekraft wie das Wissen über den Ort eines Teilchens (und zugleich seine Geschwindigkeit).

Bis hier erstmal

Henry Grimmer





Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.hbglweb.de ]